Falls bei der Untersuchung tatsächlich eine Anomalie gefunden wird, stellen wir mit einer Gewebeprobe, auch Biopsie genannt, eine sichere Diagnose. Es gibt zwei Verfahren, um Gewebeproben zu entnehmen, zudem stehen weitere Verfahren zur Verfügung.

Die Stanzbiopsie

Falls die Anomalie ausreichend gut im Ultraschall zu sehen ist, wird meistens eine Stanzbiopsie durchgeführt. Dabei wird während der Ultraschalluntersuchung eine ca. 1,5 mm dicke Nadel direkt vor den auffälligen Befund geführt. Das geschieht unter lokaler Betäubung. Aus dem Befund werden drei bis sechs Gewebeproben entnommen, die zur mikroskopischen Untersuchung ins Labor geschickt werden. Für ein späteres Wiederfinden des Befunds kann gleichzeitig ein kleiner Markierungsclip eingesetzt werden. Dieser ist nur wenige Millimeter gross, im Ultraschall jedoch immer auffindbar. 

Die Vakuumbiopsie

Wenn der auffällige Befund im Ultraschall nicht zu sehen ist, erfolgt die Gewebeprobe während einer Mammografie oder im MRI mit einer Vakuumbiopsie. Dabei verwenden wir eine etwas dickere Nadel, mit der wir mehr Gewebe entnehmen können. Aber auch dieses Verfahren erfolgt schmerzfrei.

Genetische Abklärung

5 bis 10 Prozent aller Brustkrebserkrankungen sind genetisch bedingt – also auf angeborene Veränderungen im Erbgut zurückzuführen, die die Entstehung von Brustkrebs begünstigen. Um einen Hinweis auf eine mögliche genetische Veranlagung zu erhalten, erfragen wir die Familiengeschichte in Bezug auf Krebserkrankungen. Tritt eine Krebsart in der Familie gehäuft auf, wird eine genetische Beratung in die Wege geleitet. Für den genetischen Test wird eine Blutprobe entnommen.

Wir empfehlen die genetische Beratung und Testung auch Patientinnen mit bereits diagnostiziertem Brustkrebs, wenn sie besonders jung erkrankt sind oder wenn wir aufgrund der Tumorart und der Familiengeschichte vermuten, dass die Erkrankung auf eine angeborene genetische Veränderung zurückzuführen ist. Falls im Verwandtenkreis eine Veranlagung bereits nachgewiesen wurde, sind die Beratung und die Testung ebenfalls wichtig. Frauen mit einem erhöhten Risiko sollten regelmässige Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen und eine risikoreduzierende Operation in Erwägung ziehen.

Ein zusätzlicher Garant für eine korrekte Diagnostik und Behandlung ist das interdisziplinäre Tumorboard, bei dem sich Fachpersonen aus verschiedenen Disziplinen austauschen – und für jede Patientin gemeinsam die geeignetste Therapie bestimmen. So vereinigt das Tumorboard das Fachwissen von Radiologen (Röntgenärzten), Gynäkologen, Brustchirurgen, die den Krebs entfernen, Onkologen, die sich um eine allfällige Chemotherapie kümmern, Strahlentherapeuten, die wenn nötig die Bestrahlung planen, sowie Pathologen, die die mikroskopische Diagnose stellen. Auch ein Plastischer Chirurg nimmt an den Besprechungen teil, sodass in Fällen, bei denen eine Brust entfernt werden muss, gleichzeitig auch die Wiederherstellung geplant werden kann. Bei uns sitzt zudem eine Spezialistin für genetische Beratung und Testung im Tumorboard, die sich mit genetisch bedingten Brustkrebsarten bestens auskennt.

Die Behandlungsempfehlungen, die das Tumorboard ausspricht, orientieren sich an Leitlinien, die schriftlich festgehalten sind. Bei uns im BrustCentrum Zürich sorgt dieses interdisziplinäre Gremium aus Spezialisten dafür, dass Tumore korrekt diagnostiziert werden und dass für jede einzelne Patientin die ideale Therapieform gewählt wird, mit der wir das bestmögliche Resultat erzielen.

Die Bedeutung der Diagnose zu verstehen, ist für Betroffene und Angehörige gleichermassen wichtig.
Die Diagnose ist gleichzeitig der Beginn der Behandlung, die individuell aufgesetzt wird.